Acht Monate bist Du nun alt, mein Kleines, und ich kann im Moment nur über Dich staunen.

Wo Du früher viel Nähe und permanente Aufmerksamkeit brauchtest, bist Du nun glücklich, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen und Deine Umgebung zu erkunden. Seitdem wir aus dem Krankenhaus wieder zu Hause sind, bist Du so unglaublich mobil! Deine Spieldecke reicht Dir an Platz gar nicht mehr aus – Du brauchst den ganzen Teppich zum Umherkullern. Munter drehst Du Dich vom Rücken auf den Bauch, vom Bauch wieder auf den Rücken und wirst nicht müde, dieses Spiel ein ums andere Mal zu wiederholen. Zwischendurch schickst Du Deinem Papi und mir ein Lächeln zu und widmest Dich dann wieder Deiner Erkundung.

Alles, was man Dir zeigt, wird von Dir mit strahlenden Augen und einem Lachen begrüßt. Jedem kleinen Gegenstand, jedem Menschen, der sich mit Dir befasst, schenkst Du Deine volle Aufmerksamkeit, und mein Herz geht mir jedesmal auf, wenn ich sehe, wie sehr Du Dich für die Welt um Dich herum begeisterst. Du bist das fröhlichste Kind, was man sich vorstellen kann.

Oft schauen Dein Papi und ich Dir einfach zu bei Deinem Spiel und lachen mit Dir, wenn Du mal wieder etwas besonders Ulkiges gemacht hast.

Deine Nächte sind seit der Bronchitis ebenfalls deutlich entspannter. Ich weiss nicht, woran es liegt, aber Du hast einen solchen Entwicklungssprung gemacht – in jeder Hinsicht. Vier Stunden kannst Du nun am Stück schlafen, heute nacht waren es sogar einmal fünfeinhalb, und diese Ruhe tut Dir selbst sicher auch gut. Du musst, das glaube ich, auch dringend Kraft tanken in den Nächten, da Du am Tage so unglaublich aktiv bist. Deine Beinchen sind nie still – ständig fliegen sie gen Decke. Du brabbelst, Du lachst, Du bist hochkonzentriert, Du ruderst mit den Armen, hebst den Po. Du bist ein Bündel an munterer Ausgelassenheit.

Zu essen bekommst Du mittlerweile schon deutlich mehr als noch vor ein paar Wochen. Es gibt hauptsächlich Brei, aber Du hast auch schon an Deiner ersten Kartoffel geknabbert. Bananen magst Du nicht, und auch für Kohlrabi kann man Dich nur bedingt begeistern. Fenchel und Zucchini aber liebst Du, genauso wie Apfel-, Birnen- und Erdbeermus. Und Du hast gerne etwas in der Hand, um darauf herumzukauen. Brotkanten findest Du super, aber Dinkelstangen sind nach wie vor ungeschlagen. Gestillt wirst Du immer weniger – gestern war das erste Mal, das Du tagsüber überhaupt nicht an der Brust getrunken hast. Abends vor dem Schlafengehen und nachts bleibt es aber nach wie vor wichtig für Dich.

Was Dir unglaublich gut gefällt, ist wenn man mit Dir tobt. Du liebst es, in die Luft gehoben zu werden, Du kicherst, wenn man Dich in die Seite beisst, lachst Dich schlapp, wenn man Dich kitzelt. Hört man dann auf, blickst Du einen auffordernd an und freust Dich dann wie ein Schneekönig, wenn man das Spiel wiederholt. Was Dir aber am aller-aller-besten gefällt, ist, wenn jemand für Dich hüpft. Ich weiß nicht, was es ist, das Dir daran so gut gefällt, aber wenn Du jemanden hüpfen siehst, lachst und lachst und lachst Du und hörst nicht eher auf, als bis das Hüpfen vorüber ist. Seitdem sich das in der Nachbarschaft herumgesprochen hat, fangen nun alle Kinder an zu hüpfen, sobald sie Dich sehen, um Dir ein Lachen zu entlocken. Es ist zum Schießen!

Ein liebstes Spielzeug hast Du nicht – Du beschäftigst Dich zufrieden mit allem, was man Dir anbietet. In Deinem Bett allerdings liegt der kleine Elefant, den Du von Deiner Patentante geschenkt bekommen hast, und ist jeden Morgen das erste, mit dem Du spielst. Und wenn Du uns dann entdeckst – entweder neben Dir aufwachend oder leise ins Zimmer kommend – strahlst Du uns an, dass einem fast das Herz zerspringt.

Ach, meine kleine Wachtel, manchmal frage ich mich, womit wir ein so großes Glück wie Dich verdient haben, und ich bin so dankbar dafür, dass Du mit solcher Freude durchs Leben gehst. Ich hoffe sehr, dass Du sie Dir bewahren kannst.

Uns jedenfalls bist Du das größte Wunder und die schönste Freude, die uns je widerfahren ist. Danke, mein Herz, dass es Dich gibt. Wir lieben Dich.