Schon oft gehört, den Satz, heute für wahr befunden.

Es ist nicht nur unglaublich, dass Milena noch vor wenigen Tagen ein Häufchen Elend war. Nein, es ist genauso unglaublich, wie sehr sie sich weiterentwickelt hat, seitdem wir aus dem Krankenhaus wieder zurück sind.

Sie ist richtig mobil geworden. Sie kann sich wieder vom Bauch auf den Rücken drehen – das hatte sie in den letzten Wochen irgendwie verlernt – und so kullert sie munter auf ihrer Spieldecke hin und her, von einem Ende ans andere. Sie hält es auf dem Bauch deutlich länger aus als vorher: Zwar immernoch nicht so lange, wie manch anderes Baby, aber fünf Minuten sind schonmal drin. Das ist für die kleine Wachtel richtig lang, früher war oft schon nach zehn Sekunden Schluss.

Außerdem entdeckt sie gerade ihr Spielzeug neu: Sie hat nämlich herausgefunden, dass man Dinge gegeneinander schlagen kann. Oder mit Dingen an anderen Dingen entlang reiben. Man kann auch alles, was man in der Hand hält, versuchen, in Mamis Mund zu bekommen (was Mami zu verhindern weiss!)

Was ich aber am bemerkenswertesten finde, sind die Gebärden. Ich habe nicht nur den Eindruck, dass sie ganz genau versteht, wenn ich ihr sage, dass wir jetzt essen wollen, oder dass wir jetzt fertig sind, oder wenn ich sie frage, ob sie noch mehr möchte. Vor allem gebärdet sie zurück! Zuerst dachte ich, es sei vielleicht Zufall. Eine unbewusste Bewegung, nichts Geplantes. Aber mittlerweile bin ich sicher, dass sie das Zeichen für Milch macht. Sie benutzt es zwar nicht nur für Milch, sondern für alles, was irgendwie mit Nahrung zu tun hat, aber es ist definitiv bewusst. Milch, Brust, essen, Brei, Flasche… immer öffnet und schliesst sich ihre kleine Faust in offensichtlich kontrollierten Bewegungen.

Und ich stehe hier, staune und kann es kaum fassen, wie groß mein Mädchen schon geworden ist.