Manchmal bin ich wirklich blöd. Im Ernst.

Ich fühle mich so sicher im Umgang mit Milena, alles fühlt sich so natürlich und so, hm, richtig an. Und trotzdem lasse ich mich mit schöner Regelmäßigkeit immer und immer wieder verunsichern, lasse mir reinquatschen. Und keiner von den “guten Ratschlägen”, die ich mit blödem Gefühl irgendwie versuche, anzuwenden, hat je etwas anderes gebracht als Weinen, blankliegende Nerven und einen fertigen Mann.

Es ist 7:34 und ich bin seit über zwei Stunden wach, Grund ist unsere derzeitige Schlafsituation. Es war die letzten beiden Nächte zwar ein bisschen besser, Milena ist nur etwa alle anderthalb bis zwei Stunden aufgewacht, aber trotzdem ist das natürlich noch weit entfernt vom sagenumwobenen Durchschlafen.

Jetzt hatte ich in den letzten Tagen die Idee, Milena nachts etwas weniger Brust zu geben, um ihr “beizubringen”, eben auch alleine bzw. mit Nucki, Streicheln, Zuflüstern wieder in den Schlaf zu finden. Aber eigentlich wusste ich die ganze Zeit, dass sie noch nicht so weit ist. Trotzdem habe ich auf meine “Vernunft” gehört, den Bauch ignoriert und versucht, mich irgendwie an die ganzen Ratschläge, Tipps und Tricks zu halten. Das Ergebnis war nun, dass ich die erste Hälfte der Nacht trotzdem stille, weil ich denke, dass die kleine Wachtel Durst hat und ich sie natürlich nicht quälen möchte, und die zweite Hälfte ein wahres Drama ist. René fertig, Milena tränenüberströmt und total außer sich und ich ein Häufchen Elend.

Und das für nichts und wieder nichts.

Jetzt bin ich gerade über diesen wundervollen Artikel zum Thema bei den Rabeneltern gestolpert und mir ist schlagartig bewusst geworden, was ich da eigentlich gerade für einen Blödsinn mache.

Die kleine Wachtel ist nicht einmal sieben Monate alt und ich versuche, ihr eine ganz wichtige Grundlage zu entziehen. Und das nur, weil ich irgendwie dachte, das müsse so sein, es könne doch nicht angehen, solche Nächte zu erleben.

Natürlich ist es ziemlich blöd, jede Stunde geweckt zu werden. Aber meine Kleine ist doch noch so winzig, sie braucht mich so sehr, ist so sehr auf mich angewiesen. Und ich habe schließlich Elternzeit – ich kann den fehlenden Schlaf doch tagsüber ohne Probleme nachholen. Und ehrlich gesagt habe ich das ganz starke Gefühl, dass sich das Problem von selbst lösen wird. Wenn es soweit ist. Wenn Milena soweit ist.

Meine Aufgabe ist es, sie zu begleiten, bis es soweit ist, ihr allen Halt zu geben, den sie braucht und ihr eine liebevolle und gute Mutter zu sein.

Kann mir bitte jemand einen Tritt verpassen, wenn ich das nächste Mal Gefahr laufe, wieder so einen Blödsinn auszuprobieren?