So langsam überzeugt mich mein Mantra “Es ist nur eine Phase” selbst nicht mehr. So langsam wächst es sich nämlich zu einer wirklich verdammt langen Phase aus. Fast vier Monate, genauer gesagt, in denen die kleine Wachtel nachts bis auf wenige Ausnahmen schlechter und schlechter schläft.

Gut, anfangs wurden wir natürlich auch verwöhnt: Vier Stunden, Stillpause, vier Stunden. Damit liess sich so wunderbar leben! Dann ging es eine ganze Weile mit vier Stunden, dann jede Stunde und mittlerweile sind wir angelagt bei: Zweieinhalb Stunden, 45 Minuten, 45 Minuten, 45 Minuten… Und das Einzige, womit sich die kleine Wachtel dann beruhigen lässt, ist die Brust. Hungrig ist sie aber in den seltensten Fällen, meist reicht ihr ein kurzes Nuckeln aus, um wieder zur Ruhe zu finden. Aber wehe, ich stöpsel dann ab, um selbst weiterzuschlafen!

Und noch immer wissen wir nicht, weshalb Milena eigentlich aufwacht. Eine ganze Zeit lang waren es Blähungen, die sie zum Strampeln, Stöhnen und Fuchteln brachten, aber die hat sie mittlerweile kaum noch. Trotzdem wird sie wach. Sie schaukelt sich aber nicht mehr langsam hoch, wie sie es früher tat, sondern ist derzeit schon nach wenigen Sekunden auf 180. Dann wird gekreischt, der Kopf wild von einer Seite auf die andere gedreht und alles Streicheln, Flüstern und Beruhigen ist umsonst. Und sie flippt erst recht aus, wenn ich versuche, ihr den Nucki zur Beruhigung zu geben. Nein, es muss die Brust sein.

Letzte Nacht hatte ich, nachdem ich um vier Uhr schon zum siebten Mal wach wurde, dazu einfach nicht mehr den Nerv. Ich habe versucht, sie zu halten, ihr gut zuzureden, ihr leise etwas vorzusingen – nichts konnte sie beruhigen. Im Gegenteil, es wurde schlimmer und schlimmer, sie war richtig ausser sich und große Tränchen kullerten. René hat sie eine Zeitlang herumgetragen und irgendwann ist sie wieder eingeschlafen. Ein Wunder: Ohne Brust, und es ging dann bis kurz nach acht einigermaßen (bedeutet: Im Anderthalb-Stunden-Rhythmus).

Ich stille wirklich gerne und ich bin froh, dass wir in der Richtung nie größere Probleme hatten. Aber alle 45 Minuten in der Nacht, das wird mir auf die Dauer einfach zu viel. Es zieht an den Nerven und ich beginne zwar noch nicht, mich vor den Nächten zu grauen, aber ich gehe zumindest mit einem doofen Gefühl zu Bett.

Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende. Und, falls ich es noch nicht erwähnt hatte, mit den Nerven übrigens auch.

Obwohl wir erst vor wenigen Tagen mit Brei angefangen haben, sind wir derzeit aus lauter Verzweiflung testweise schon bei Mittags- und Abendmahlzeit angelangt, in der Hoffnung, dass sie besser schläft, wenn sie richtig satt ist (andererseits hatte ich eigentlich immer den Eindruck, dass sie auch das Stillen sättigt, aber Logik habe ich schon lange hinter mir gelassen. Außerdem weiss ich ja: Muttermilch ist schon nach 90 Minuten verdaut.) Heut nacht wollen wir versuchen, ihr Wasser anzubieten, wenn sie wach wird. Ich stelle mich schonmal auf so gut wie gar keinen Schlaf ein. Und habe jetzt schon etwas Angst davor, was sein wird, wenn auch das nicht funktioniert.

Vorschläge, anyone?