Ich habe mich so lange nicht getraut, irgendetwas aufzuschreiben, dass ich mich an so viele Momente aus der allerersten Zeit unserer frischgebackenen Familie schon gar nicht mehr richtig erinnern kann. Milena war so winzig und jetzt ist sie schon so groß.

  • Das winzige Milchbläschen auf Deiner kleinen Oberlippe, die Falte zwischen Deinen Augen, Deine zarten Fingernägel, die man einfach abzupfen konnte.
  • Wie hilflos Du beim Trinken warst- das Mündchen weit aufgesperrt, die Augen geschlossen und den Kopf wild in alle Richtungen drehend.
  • Es war so wunderschön, wie Du damals auf Renés oder meiner Brust eingeschlafen bist – beide Arme weit ausgestreckt und die Augen selig geschlossen.
  • Milena im Tragetuch – was für ein Leichtgewicht! (Und dabei waren es doch stolze viereinhalb Kilo…)
  • Der stoische Blick, mit dem Du Dein erstes Bad über Dich hast ergehen lassen.
  • Wie unheimlich winzig Du doch gewesen bist! Dein Köpfchen passte ganz in meine Hand hinein.

Und überhaupt – wie wenig Du von allem mitbekommen hast. Du warst noch gar nicht richtig angekommen in unserer Welt. Trinken, schlafen, weinen. Und klammheimlich, mucksmäuschenstill, hast Du Dich in wenigen Wochen irgendwie zu einem Kind entwickelt, was mit wachen Augen alles genaustens zu beobachten scheint und dem man seinen eigenen Kopf schon jetzt anmerken kann. (Und was für ein hübsches Köpfchen es ist!)