Dieser Nestbautrieb ist wirklich schlimm. Jetzt, da das Haus einigermaßen fertig ist (das Wachtelzimmer war am Wochenende dran) habe ich nämlich das ganz, ganz starke Bedürfnis, unseren Garten, der die letzten zweieinhalb Jahre brach lag, schnellstens in Ordnung bringen zu müssen. Nimmt das je ein Ende?

Jedenfalls war ich am Vormittag bei einem riesigen Gartenbauern. Ein wahnsinnig großes Außengelände, liebevoll angelegt und wundervolle Pflanzenvielfalt, soweit das Auge reicht. Man kann gar nicht anders als dort automatisch zur Ruhe kommen und sich wohlfühlen! Am liebsten hätte ich mich auf ein schattiges Bänkchen gesetzt und einen Kaffee bestellt.

Anschließend dann noch kurz im Baumarkt, fürs Grobe. Ein junger Mann, der mich bediente und wissen wollte, wieviel Gartenerde es denn sein soll. “10 Liter? 20? Oder 45?” – “Also, 45 kann ich nicht mehr tragen…”, woraufhin er die Augen aufriss und mich am liebsten wohl geohrfeigt hätte: “Sie dürfen auch keine 10 Liter mehr tragen!” (Gefühlte zehn Ausrufezeichen.) Seine Freundin sei gerade schwanger, in der 5. Woche, oder 15. Woche, oder 5. Monat oder 15. Monat? Er wisse es gerade nicht so genau, jedenfalls dürfe sie nicht einmal mehr staubsaugen. Da kümmert er sich jetzt drum. So süß irgendwie, es hat mir ein wehmütiges Lächeln entlockt und mich an die Schwangerschaft mit der Wachtel denken lassen. Der Liebste ließ mich zwar noch staubsaugen, aber wenn ich mal vergleiche, wieviel ich jetzt so herumschleppe… jaja, lassen wir das. Man wächst mit seinen Aufgaben. :-)

Jedenfalls geht es mir gut. Oder zumindest kommt es mir so vor, aber das ist ja schließlich die Hauptsache. An die Rückenschmerzen habe ich mich scheinbar echt gewöhnt – sie sind nicht weniger geworden, aber man lernt, damit umzugehen. Und es sind ja jetzt keine vier Wochen mehr zum Termin und dann wird alles wieder gut. Glaube ich ganz fest dran – ich möchte mich im Sommer herumspringen sehen wie ein junges Reh.

Gestern im Geburtsvorbereitungskurs haben wir zum ersten Mal ganz lange und bewusst geatmet und getönt – was für ein Backflash! Und mir wurde erneut klar: Nein, ich habe keine Angst vor der Geburt. Mit einem weinenden Auge habe ich mich dann von Renate verabschiedet – sie geht jetzt in Urlaub, wird also, wenn das Spünkchen zur Welt kommt, nicht dabei sein. Es ist schade, aber es verursacht mir keine Panik. Ich habe auch großes Vertrauen zu Heike und außerdem glaube ich, dass ich es auch alleine schaffe. War ja beim letzten Mal quasi auch so. Es wird gut werden und ich bin voller Zuversicht.

Oh Mann, weniger als vier Wochen. 27 Tage, um genau zu sein. Wenn ich mir das so vor Augen führe, keimt trotzdem direkt ein wenig Panik auf. Nur noch so kurz? Wo ist die Zeit hin?