Auf dem Wäscheständer trocknet eben eine ganze Ladung Babyklamöttchen. Wie kann es sein, dass die so winzig sind? Bodies, die beide unserer Kinder getragen haben, da bin ich ganz sicher, aber vorstellen kann ich es mir nicht mehr. Eine weitere Kiste steht noch bei meiner Schwägerin, deren Tochter inzwischen auch schon lange herausgewachsen ist, und wartet auf Abholung und wenn das erledigt ist, bin ich fertig. Mit allem.

Ich muss aber gestehen, dass ich es diese Woche verdammt langsam angehen lasse. Die letzte Woche war geprägt von fleißigem Schaffen, ich konnte tausend Dinge abhaken, habe alles Mögliche in Ordnung gebracht und war trotz Mutterschutz den lieben, langen Tag gut beschäftigt. Das hat mir gut getan, dieses Gefühl, etwas zu tun und abschließen zu können. Hat aber nun zur Folge, dass ich mir diese Woche die Aufgaben schon fast suchen muss. Und das macht mich lethargisch und so kuschel in einfach stundenlang auf der Couch, höre Hörbücher und stricke dabei zwei Babydecken gleichzeitig. Eine für die Wachtel, eine für die liebe Nachbarin, die im August einen Sohn bekommen wird.

Mir geht es gut. Ich spüre sehr deutlich, dass ich in der letzten Phase der Schwangerschaft angelangt bin – viel kann da wirklich nicht mehr kommen. Mein Leben läuft, zumindest soweit die Kinder es zulassen, in Slow Motion ab. Aufstehen – dauert. Gehen – dauert. Umdrehen – dauert. Ist halt so. Mein Rücken tut weh, aber das ist ja nichts Neues. Irgendwie ist es mir gelungen, mich dran zu gewöhnen. Ich versuche, möglichst viel und häufig im Schneidersitz zu sitzen, denn das entlastet mein Kreuzbein und ich muss danach nicht humpeln, um meine Knochen erst wieder an Bewegung zu gewöhnen. Sonst muss ich das immer. Schneidersitz also, ein echter Geheimtipp. Und ich habe mir vorgenommen, auch die Geburt hauptsächlich wieder so zu verbringen, genau wie beim Winterkind vor einem guten Jahr, denn vielleicht ging auch deshalb alles so schnell und komplikationslos?

Das Thema Geburt ist auch dieses Mal wieder ganz anders für mich. War ich bei der kleinen Wachtel vollkommen offen und angstfrei, hatte ich beim Winterkind große Furcht und Sorge. Ich wusste ja, dachte ich, was auf mich zukommt und obwohl die erste Geburt dank toller Hebammenbetreuung und wundervoller Atmosphäre im Geburtshaus ein unvergessliches und wunderschönes Erlebnis war, ging auch so einiges kaputt und ich brauchte sehr, sehr lange, um mich wieder davon zu erholen. Ganz unerwartet verlief alles beim zweiten Mal – gerade dreieinhalb Stunden waren es insgesamt, davon nur die letzte halbe im Geburtshaus und nur die letzte halbe Minute im Wasser. Dann durfte ich meinen Sohn aus dem trüben Nass fischen und war fassungslos und unglaublich erleichtert und froh, dass ich es geschafft hatte.

Dieses Mal keine Angst. Zumindest bislang noch nicht. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich bislang gar nicht allzu viel Zeit hatte, mich gedanklich mit dieser Schwangerschaft zu beschäftigen, weil ich einfach immer eingespannt war und kaum Ruhe und Zeit für mich selbst hatte. Andererseits habe ich beides ja nun im Mutterschutz und dennoch bin ich gelassen und entspannt.

Der einzige Punkt, der mir ein klein wenig Sorge bereitet, ist, dass es diesmal noch viel schneller gehen könnte als beim letzten Mal und wir es gar nicht erst ins Geburtshaus schaffen. Heike sprach schon davon, mir die Liste für die Hausgeburt da zu lassen, damit wir die wichtigsten Dinge im Haus haben, sollte es tatsächlich so kommen. Im Prinzip wäre das nicht tragisch, ich müsste halt nur mit unserer Badewanne vorlieb nehmen anstatt mit der riesigen im Geburtshaus. Nicht so schön, aber auch machbar, klar. Kein Gedanke, der mich in Panik verfallen lässt.

Aber wie auch bei der Kinderbetreuung in dieser Zeit, die sich dank unserer tollen Tagesmutter schon irgendwie regeln wird, möchte ich auch das hier nicht so zerdenken und versuchen, es bis ins letzte Detail zu planen. Es wird sich schon alles finden, da bin ich ganz sicher.

Wie gesagt, mir geht es gut. Nur müde bin ich, sehr müde. Ich schlafe zehn Stunden und dann nochmal zwei über Mittag, um abends um neun dann wieder nicht in der Lage zu sein, die Augen offen zu halten. 9,6 mein Eisenwert und gestern habe ich mich endlich durchringen können, mir Kräuterblut Dragees zu besorgen. Ich wollte es ganz gerne ohne schaffen, aber all die roten Säfte der letzten Tage haben auch irgendwie nicht geholfen. Nun also mit ein bisschen Unterstützung.

Dann war ich wieder einmal beim Geburtsvorbereitungskurs im Geburtshaus. Montag abends, immer noch derselbe, fortlaufende Kurs wie schon bei der Wachtel und auch beim Winterkind. Und immer noch tut mir das so gut. Die Atmosphäre dort, die ganze Stimmung und all das, was dazu gehört, schenkt mir so viel Ruhe, Kraft und Sicherheit, genau wie die letzten beiden Male auch. Dort zu sein ist jedes mal wie ein kleiner Urlaub, wie eine Insel im wilden Alltagsdschungel und ich fühle mich dort sehr empfangen und sehr gut aufgehoben.

33 Tage sind es noch bis zum errechneten Termin. 16.04.2012, ein paar Tage nach meinem eigenen Geburtstag und nach Ostern. Und so langsam platze ich wirklich vor Vorfreude und Spannung.