Hier kracht es in letzter Zeit oft. Viel zu oft für meinen Geschmack – ich bin im Moment heilfroh um jede halbe Stunde, die ohne Tränen und Kreischen vergeht.
Natürlich, eine Woche krank aufeinander hocken hat nicht zur allgemeinen Entspannung beigetragen, und natürlich weiß ich, dass das nur eine Phase ist. Mal gerade im Blog zurück geblättert – das letzte Mal ist auch schon wieder über drei Monate her. Trotzdem zieht es an meinen Nerven und wider besseren Wissens natürlich auch an meiner Überzeugung, alles richtig zu machen.
Ich frage mich, ob ich anders mit der kleinen Wachtel umgehen sollte. Gleichzeitig bin ich ratlos und wüsste nicht, wie. Und es tut mir furchtbar leid, dass mein Geduldsfaden mit jedem Streit kürzer wird und ich immer öfter lauter werde als mir lieb ist.
Mütter-Töchter-Verhältnisse seien doch oft schwierig, meinte René heute am Frühstückstisch. Ihn haut sie kaum, da gibt es sehr wenig Streit, aber natürlich sieht sie ihn auch nur abends für zwei Stündchen. Und ja, das mit den Mütter-Töchter-Verhältnissen habe ich auch schon öfters gehört, aber eigentlich hatte ich gedacht, das erwartet uns erst in drei, vier oder noch mehr Jahren.
Meine Mutter hatte über lange Zeit ihres Erwachsenenlebens keine gute Beziehung zu ihrer Mutter, über die Zeit davor weiß ich nichts. Und ich selbst hatte auch so meine Streitpunkte mit meiner Ma, die wir zum Glück mittlerweile überwunden haben. Aber ja, schwierig war es. Und bei diesen Gedanken erschrecke ich, weil ich manchmal so viel von mir selbst in meiner Tochter sehe und das Gefühl habe, das Schicksal rollt wie ein großer Felsen auf uns zu und ich kann nichts dagegen tun – Zerwürfnisse sind vorprogrammiert.
Und wieder der Gedanke: Was kann ich besser machen? Besser als meine Eltern?
Wenn ich mich zurück erinnere, so ist das, was mich damals als Kind immer am wütendsten gemacht hat, das Gefühl der Ohnmacht vor elterlichen Entscheidungen. Das Gefühl, winzig zu sein, keine Stimme zu haben, dass die eigene Meinung nichts zählt und man einfach übertönt wird. Und tatsächlich glaube ich, dass Milena mit ihren zwei Jahren schon in der Lage ist, solch ein Gefühl zu empfinden. Ich nehme mir also vor, sie viel mehr mit einzubeziehen und nicht nur mit rhetorischen Fragen so zu tun.
Dann lese ich von all den kleinen, lieben Mädchen in Klein Bloggersdorf und ich frage mich, ob das eigentlich wirklich normal ist, was wir erleben. Die Tochter meiner Freundin ist ein kleiner Kuschelhase, dort gibt es Situationen, wie wir sie hier schon gut kennen, (noch?) nicht. Und mir kommt dann der Gedanke: Vielleicht fühlt sich Milena von Arjen doch etwas gestört? Vielleicht beneidet sie ihm um die Kuscheleinheiten, die er bekommt, um die bewundernden Blicke, um die zahlreichen Sätze: “Ist er nicht großartig?”
Aber sie bekommt all das ja auch, in gleichem Maße, will es aber oft eben auch nicht. Stößt einen weg, haut, kreischt, wenn man ihr zu nahe kommt.
Der Alltag bleibt im Moment also fordernd. Und obwohl ich natürlich weiß, dass ich mir all diese Ablehnung nicht so zu Herzen nehmen sollte, verletzt es mich trotzdem.
Bleibt nur abwarten, und in der Zwischenzeit so gelassen wie möglich bleiben.
20. Juli 2011 at 06:42
Ach je, das tönt nicht lustig. War und ist aber auch bei uns so, obwohl es bei mir der Sohn war (teilweise noch ist). Seine Eifersucht gegen seine Schwester zeigte sich erst nach ca 7 Monaten so richtig und richtete sich hauptsächlich gegen mich. Ausserdem ist doch das Alter zwischen 2-3 die erste Nein- und Trotzphase, da wars auch bei uns seeehr schwierig. Ich kenn das aber von allen Müttern mit Kleinkindern in der Umgebung… Aber ich weiss, wie es an den Nerven zehrt und Zweifel an der eigenen Kompetenz nährt.
Ich wünsche dir viel Kraft für diese Zeit, Geduld und Freude und vor allem das Vertrauen, dass du es schon richtig machst! Ganz liebi grüäss, anja
P.S. Das vom Mutter-Tochter-Verhältnis hatte ich gar noch nie gehört. Ich habe drei Schwestern und unser Verhältnis mit unserer Mutter war nie wirklich schwierig, wage ich zu behaupten…
20. Juli 2011 at 07:14
Falls es Dich irgendwie beruhigt oder weiter hilft- ich empfand die Zeit zwischen dem zweiten und dem dritten Geburtstag am Schlimmsten bei meinen beiden Großen. Mein Großer war ein ausgesprochener Wüterich und wir haben im Garten ein Gartenhäuschen als Tobehaus (“Gummizelle”) eingerichtet, mit Matratzen und Stofftieren, damit er da nicht sich selber verletzt. Ich habe ihn immer geschnappt und habe mich mit ihm zusammen da rein gesetzt- denn anderes als Aussitzen konnte ich diesen Zornesrausch nicht. Die Kleine war nicht ganz so ausdauernd in ihren Wutanfällen wie der Große,aber eine halbe Stunde Wutanfall war trotzdem so die Regel. Mehrmals täglich, versteht sich. Auch Halbstündlich, wie Du oben beschreibst.
Nein, es liegt nicht an Dir, oder dass Du etwas falsch machst. Milena muss auch erfahren, dass Deine Geduld ein Ende hat- so wurde es mir geraten. Laut werden sei völlig in Ordnung, weil es einem auch selber ein bisschen hilft, Dampf abzulassen.
Ich denke auch nicht, dass Du jetzt um eine schlechte Mutter-Tochter-Beziehung fürchten musst. Diese Phase ist einfach völlig normal und gehört zum Abnabelungsprozess dazu. Auch wenn es einem den letzten Nerv kostet…
Deine Lösungsideen mit dem mit Einbeziehen ist auf jeden Fall schon mal super- allerdings muss Milena mitspielen! Wenn sie sich nicht mit einbeziehen lassen will, weil sie grade einfach *dagegen* ist, hast Du – was das mit Einbeziehen betrifft- verloren. Aber auch dann- da hast nicht Du etwas falsch gemacht, das ist einfach diese ausgesprochen nervige Phase.
Da muss man einfach durch, und eben auch mal laut werden. Denn es gibt einfach Dinge, die gehen nicht, und da ist man als Elternteil eben doch “Chef”, ob Kind das will oder nicht…
- aber es ist doch schön, wenn das Kind lernt, seinen Willen durchsetzen zu wollen *fg* (Wer um Himmels Willen kam eigentlich auf die Idee, dem Kind eigenen Willen zu erlauben und das Wörtchen “Nein” beibringen zu wollen?!?
)
Alles Liebe und gute Nerven…
Katha
(und nicht vergessen: *esistallesnureinephaseesistallesnureinephaseesist…..*)
20. Juli 2011 at 07:19
Danke für den Kommentar, Katha! Das tut so gut, zu lesen, dass es anderswo ähnlich ist oder war und es ist hilfreich, andere Lösungsansätze kennen zu lernen. Auch wenn der Ansatz dann manchmal eben nur “Augen zu und durch” sein kann.
Das mit dem Einbeziehen stimmt auch. Klar, manchmal findet sie das super, aber manchmal ist auch alles einfach Nein, und dann renn ich gegen die Wand.
Ich denke auch, dass Kinder sehen dürfen, wann es den Eltern einmal reicht, aber trotzdem ist es hinterher ein blödes Gefühl, die Kleinen angeschrien zu haben. Hachja.
20. Juli 2011 at 07:22
[...] Beitrag begann als Kommentar auf Mairlynds Blogbeitrag “Dicke Luft” und endet in einem eigenen Blogbeitrag, weil das Thema bei uns auch gerade sehr aktuell ist. [...]
20. Juli 2011 at 07:23
Ich empfehle ja ungern Ratgeberliteratur… aber zum Glück ist Jesper Juul ja auch kein Ratgeber
. Mir hat in dieser Zeit mit meiner Tochter besonders sein Buch “Aus Erziehung wird Beziehung” geholfen. Das “ich kann deine Wut und deinen Ärger verstehen.” Punkt. Aber trotzdem werde ich jetzt bestimmen, wie es weiter geht. Oftmals ist das wirklich der Schlüssel. Also: nicht vom Kind verlangen, dass es aufhört, wütend/traurig zu sein (hör jetzt auf zu schreien, mecker nicht rum, blabla), sondern ihm signalisieren, dass es absolut verständlich und normal ist, dass es sich ärgert, wenn etwas seinem Willen entgegen läuft. Dieses Signalisieren von Verständnis hilft dann oft, trotzdem bei deiner Linie zu bleiben. JJ sagt auch, wir wollen doch alle nicht, dass unsere Kinder später angepasste Ja-Sager werden. Wieso halten wir dann ihr NEIN nicht aus? Oft brauchen die Kinder auch nur das: Dass sie auf eine Ansage von uns auchmal nein sagen dürfen. Und in ein paar Minuten selber entscheiden, doch mitzumachen (dein Hinweis auf das, was dich als Kind gestört hat, zeigt, dass du da schon in die richtige Richtung denkst. Aber Achtung, es geht eben nicht darum, deswegen nur noch das Kind selber entscheiden zu lassen. Das überfordert es.)
Wie gesagt, das Buch ist kein Ratgeber, aber es hilft einem, das Verhalten der Kinder besser zu verstehen und gelassener und empathischer damit umzugehen. Ich wünsche dir ganz starke Nerven…
20. Juli 2011 at 08:26
P.S. Sorry, Titel verwechselt… Das betreffende Buch heißt: “Grenzen, Nähe und Respekt”.
21. Juli 2011 at 06:31
Danke! Ja, Jesper Juul könnte ich tatsächlich einmal wieder herauskramen. Ich habe Das kompetente Kind gelesen und fand es, wenn auch manchmal etwas zu theoretisch, doch hilfreich.
Generell lese ich keine Ratgeber. Zum einen, weil ich mit meiner freien Zeit lieber anderes anfange und zum anderen weil ich das meiste eben aus dem Bauch heraus mache. Ich könnte kaum so, hm, methodisch vorgehen. Aber es ist sicher nicht falsch, sich mal ein paar neue Gedanken zu holen – danke für’s dran Erinnern!
20. Juli 2011 at 07:31
Ich habe wirklich nicht den geringsten Zweifel, dass du eine tolle Mutter bist und deine Kinder einfach toll erziehst und mit ihnen umgehst!
Generell liest man in den Blogs ja eher Sonnenschein-Berichte als Gewitterfronten. Ich schreibe auch lieber die schönen Sachen auf und erfreue mich daran. Dicke Luft gibt es doch überall und wenn ich blogg ist es meistens schon wieder verzogen und ich mag es nicht wieder aufwühlen. Wir hatten auch so eine Phase, da gab es beinahe täglich Streit und ich hatte große Zweifel und wusste nicht mehr was ich falsch mache. Ich glaube da ist es egal ob Junge oder Mädchen. Vielleicht ist es einfach dieses schwierige Alter 2-3 Jahre. Drück dich!
21. Juli 2011 at 06:32
Danke!
20. Juli 2011 at 07:49
Auch bei uns ist es keine Seltenheit halbstündlichen Trotz-Wut-Rotz-Frech-Ausbrüchen der Tochter ausgeliefert zu sein… mal mehr (pro Tag und Woche) mal weniger… kommt immer ein wenig drauf an.
Öfter ist es, wenn die Tochter tatsächlich auch krank ist/war und irgendwie die ‘Auslastung’ (des Kindergartens und draußen tobens, andere Menschen sehen, etc.) fehlt.
Hier ist es allerdings eher andersrum, was das Kuschelverhältnis betrifft: sie lehnt den Papa sehr stark ab (es bessert sich gerade in langsamen Schritten und ich bin heilfroh drum, ab September wird sich ja einiges ändern) – treten, kratzen, hauen, beschimpfen … wie muss das sein für den armen Papa/die arme Mama, die doch nur ‘gutes’ wollen, eine Freude machen und dann derart abgelehnt werden.
Aber! Und das sage ich dem Mann auch immer: niemals persönlich nehmen, das ist es nämlich nicht!
Ich empfinde die Zeit seit Amélie ca. 2 1/2 ist auch als am ‘schlimmsten’ und ich denke es ist einfach wie es ist und jedes 2-4/5-jährige Kind befindet sich doch in dieser Zeit in einer sehr wichtigen Entwicklungsphase – Selbstfindung, zunehmende Charakterbildung, etc. Sie merken, dass sie was bewirken können und versuchen genau das auf jede erdenkliche Weise. Und auf was reagieren wir am besten/meisten? Stress. Also den lieben Eltern mal ordentlich einheizen…
Weißt du, ich denke als Eltern/Elternteil kann man nichts falsch machen, wenn man sich selbst nicht zu sehr verbiegt.
21. Juli 2011 at 06:36
Ja, ja… ja. Ich weiß es ja, eigentlich. Aber wie Du schreibst, dass es Deinem Mann manchmal geht: Man nimmt es sich manchmal doch zu Herzen. Das sind dann die Tage, an denen die Nerven durchhängen, an denen man noch viel früher reizbar ist als sonst und wo die Stunden zu langsam verticken.
Aber es beruhigt und tut so gut, von so vielen Frauen hier und auch bei Twitter zu lesen, dass es ähnliche Situationen gibt.
Bei uns waren das übrigens bislang immer nur kurze Phasen, anderthalb Wochen etwa. Bei Euch geht das ja über Monate hinweg schon, uff!
20. Juli 2011 at 07:51
Liebe Mairlynd!
Ich kann Dich nur zu gut verstehen und weiß wie schlecht man sich in solchen Momenten/Phasen als Mutter fühlt. Du darfst Dir sicher sein, dass es nicht nur Dir so geht und auch nicht dass Du etwas falsch machst oder das Deine Kleine ein besonders forderndes Kind ist. Alles was Du beschreibst ist “normal”, im Sinne von natürlich. In der Entwicklung des Kindes. Der Entwicklung der Familienstruktur. Der Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehungen.
Mit Verlaub und ohne jemandem nahe treten zu wollen: ich glaube den Eltern der angeblich immer braven, lieben, zuvorkommenden Kindern nicht. Bzw. falls man dem Glauben schenkt muss es einen erschrecken, denn ein Kind das immer nur “perfekt funktioniert” ist kein richtiges Kind. Grenzen ausloten, sich selbst und die anderen Familienmitglieder reflektieren, seinen Platz in der Familie oder der Beziehung zu Mama/Papa suchen, definieren und testen: das alles gehört zum groß werden ganz selbstverständlich dazu. Und das geht nicht in einer großen, hübschen Harmonieblase (auch wenn dieser Gedanke sehr verlockend erscheint). Sich aneinander reiben ist im Erwachsenenalter genauso normal wie im Kindesalter und diese weichgespülten Übermütter, die nie laut werden oder mal durchdrehen, die tun mir furchtbar leid: denn diese Selbstbeherrschung und das runterschlucken und zurückstellen eigener Ansprüche und Wünsche, das kann meiner Meinung nach nicht gut und gesund sein. Und zwar weder für diese Mütter, noch für deren Kinder.
Ich habe nun seit über 10 Jahren Mamaerfahrung und wir haben hier derzeit querbeet die verschiedensten Alter- & Entwicklungstufen (die Mädels sind 8 und 10, die Jungs 1 & 3) und ich habe in der Zeit als Mama viel gelernt über mich und über die Kinder. Meiner Meinung nach ganz entscheidend ist dass man als Mutter authentisch ist! Meine Kinder erleben mich auch mal total schreiend und ausflippend (dabei würde ich NIE, aber ich glaub das versteht sich von selbst, körperliche Gewalt anwenden oder auch die Kinder beleidigen, so à la “Du bist so dumm”), einfach weil es manchmal Momente gibt, in denen ich eben auch nur ein Mensch bin. Ich habe aber auch die Größe mich dafür zu entschuldigen wenn ich zu laut geworden bin und ich erkläre meinen Kindern warum es mir in dieser Situation so gegangen ist, wie auch ihnen manchmal.
Übrigens kann ich mir nur anschließen und Jesper Juul wärmstens empfehlen, er scheint ja derzeit ziemlich “in” zu werden, aber er begleitet mich tatsächlich schon seit 10 Jahren und immer wieder fühle ich mich durch ihn bestärkt, dass es gut ist wie ich als Mutter bin. Nicht auch weil ich nicht perfekt bin, sondern gerade deswegen!
Herzliche Grüße!
21. Juli 2011 at 06:41
Liebe Frau Süd, danke für den schönen Kommentar! Ich versuche immer, mich, wenn ich unfairerweise laut geworden bin, nachher zu entschuldigen, auch wenn Milena es vielleicht noch nicht bis ins letzte Detail versteht. Aber das gehört dazu, finde ich, dass man wieder kittet und sich wieder versöhnt.
Den Übermüttern würde ich auch nicht glauben, aber ich bin, wenn ich mich richtig erinnere, auch noch keiner begegnet.
Die meisten scheinen mir menschlich, mit dem Wissen um die eigenen Macken und Fehler.
Und meist weiß ich ja auch, dass das alles wohl normal ist, was wir erleben, aber manchmal, wenn es echt tagelang geht und die Nerven fast zerreißen… da zweifelt man dann manchmal doch. Tja, und manchmal geht es dann wie gestern: Kaum gebloggt, verwandelte sich die kleine Wachtel in ein Engelchen. Hoffe, es hält ein wenig an.
20. Juli 2011 at 08:25
Von mir kein Rat oder eine ähnliche Geschichte (diese Phase ist schon lange her, ich habs glatt vergessen), aber liebe Grüße und es wird wieder. Ganz bestimmt. (Dass Mutter-Tochter-Verhältnisse oft schwierig sind, halte ich für ein Gerücht. Das könnte man genau so von Mutter-Sohn-, Vater-Sohn- oder Vater-Tochter-Verhältnissen sagen. Jede Beziehung ist etwas Besonderes und einmalig.)
20. Juli 2011 at 08:44
Liebe Mairlynd,
ich kenne solche Situatonen auch nur zu gut und sie entziehen einem soviel Kraft…
Nach Krankheiten ist es bei uns auch immer besonders schlimm, ich denke vielleicht sind die Kinder dann auch noch ein wenig schlapp und lassen ihren Unmut an uns aus. Sie müssen sich nach einem Infekt auch erstmal wieder erholen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass Kinder irgendwann zu Hause ein wenig unterfordert sind, sie brauchen den Kindergarten und andere Kinder.
Meine Mädchen haben sich zu Hause immer schnell gelangweilt und im Kindergarten sind sie ganz entspannt und zufrieden.
Meine Mädchen sind dazu noch total unterschiedlich…
Die Große mag nicht soviel Nähe, wenn man mit ihr kuscheln möchte, entzieht sie sich oft. Die Kleine dagegen ist total verkuschelt…
Die Große ist dadurch oft sehr eifersüchtig. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde Beiden nicht gerecht…
Ich hoffe, Deine Lage entspannt sich ganz schnell wieder…
kopf hoch!
Liebe Grüße
Ellen
21. Juli 2011 at 06:43
Das glaub ich auch, dass die Kinder allein zu Haus schnell gelangweilt und unterfordert sind. Es sei denn vielleicht, man unternimmt jeden Tag etwas Tolles mit ihnen, aber dazu fehlt mir ehrlich gesagt die Muße und die Kraft.
Die kleine Wachtel geht ja morgens zur Tagesmutter, und das tut ihr so gut. Tut uns allen so gut. Nur die letzte Woche wegen Krankheit eben nicht, und dieses Aufeinanderhocken hat sicher auch seinen Teil zur Situation beigetragen.
Danke für die guten Wünsche – seit gestern mittag ist die kleine Wachtel ein Engelchen.
20. Juli 2011 at 09:45
[...] zu erklärenden Gründen einfach nicht dazu und wie das so ist, gibt es irgendwann (so heute) in einem anderen Blog einen Anstoss und der Stein kommt ins [...]
20. Juli 2011 at 11:15
Kopf hoch, es wird wieder besser.
Ich habe es nun schon zwei Mal durch und kann Dir sagen, daß es sowohl mit kleinem Geschwisterchen als auch ohne kleines Geschwisterchen die Hölle ist (gut, die Eifersucht verstärkt es vielleicht etwas, aber nur geringfügig).
Mit ca. 2,5 Jahren mutierten beide Kinder jeweils zu Monstern. Sie machten nur noch das Gegenteil von dem was ich wollte, hauten, schrien, u.s.w. …
Kaum etwas half, wobei die Inhalte von Jesper Juuls Büchern schon sehr hilfreich sind, das kann auch ich nur bestätigen.
Irgendwann war es dann wieder vorbei, fast so plötzlich wie es gekommen war, gerade als ich dachte, ich hätte total versagt. Bis ein halbes Jahr später eine ähnliche Phase auftrat.
Das wiederholt sich seitdem ca. halbjährlich, zwar in jeweils anderer Form, aber mindestens genauso nervig und anstrengend.
Du bist nicht allein. Und solange Du authentisch bist und nicht allzu verkrampft wirst in der Erziehung, solange wird auch alles gutgehen.
Liebste Grüße aus München,
Katrin (der das nun bald mit Kind Nr.3 bevorsteht …)
21. Juli 2011 at 06:46
Gute Güte, ein bisschen Zeit wird doch hoffentlich noch bleiben, ehe Dein und mein jüngster Sohn auch zu so kleinen Monstern mutieren.
(Noch können sie sich ja nicht wehren, wenn man sie abknutscht – das will ausgenutzt werden!)
20. Juli 2011 at 14:40
hey, les doch mal dazu jesper juul…die kompetente familie…lg!
20. Juli 2011 at 18:58
kleine liebe mädchen in kleinbloggersdorf?
ich hätte hier drei herzallerliebste zimtziegen zu bieten.
himmel, was wird hier täglich gezankt.
untereinander mit hauem und kneifen.
mit worten von der großen besonders gegen mich (morgens früh vor halb acht schon angebrüllt zu werden “du hast mir garnichts zu sagen. ich zieh sowieso aus…” – von einer 10jährigen – ist schon sehr speziell).
ich denk einfach, kinder müssen sich reiben.
aneinander, an uns.
mit den papas ist das oft anders, weil sie seltener da sind.
aber mamas sind dafür trotzdem immer was besonderes.
es ist für mich oft nicht einfach, diesen zirkus nicht persönlich zu nehmen.
aber eigentlich meinen sie nicht mich, denk ich mir.
und nicht vergessen:
unsere kinder haben sich diese jeweilige familie ausgesucht, weil sie hier etwas zu lernen haben!
wir alle tun dabei unsere bestes.
21. Juli 2011 at 06:48
Danke! Puh, morgens schon so angebrüllt zu werden ist ganz bestimmt auch nicht schön. So differenziert macht die kleine Wachtel das ja noch nicht, aber Kreischen und “Nein, Du nicht, Mama!” und Hauen etc…
Das stelle ich mir auch nochmal schwierig vor, wenn die Kinder sich richtig ausdrücken können, also sprachlich auf unserem Niveau sind. Da fallen sicher oft Worte, die verletzen, und sich DAS nicht zu Herzen zu nehmen, das ist sicher schwer.
20. Juli 2011 at 20:06
Hey, Deine Mutter hat ihre Geschichte und ihre Vergangenheit, ihr habt eine gemeinsame Geschichte und Vergangenheit und das was nun kommt hat ist eine neue Geschichte die mit einem neuen weißen Blatt beginnt – ich glaube nämlich so gar nicht dran das sich Dinge wiederholen oder zwingend ähneln müssen, nein.
21. Juli 2011 at 06:49
Danke! Ich hoffe immer, dass bestimmte Dinge sich nicht wiederholen werden, aber so eine leise, latente Angst ist doch irgendwie immer da.
Aber der Gedanke mit dem weißen Blatt ist ein schöner!
21. Juli 2011 at 11:07
zunächst alles liebe von einer stillen leserin. in den büchern von alice miller wird deutlich, weshalb wir so vieles wiederholen, was wir als kinder erleben mussten. vielleicht hilft das weiter. es ist allerdings keineswegs leichte kost. aber öffnet die augen wie wenig anderes. ich habe sie gerade fast alle gelesen.
21. Juli 2011 at 11:29
Halt durch. Lass sie kämpfen und streiten mit Dir. Mit wem sonst kann sie das? Bei Dir ist sie sicher, Du wirst sie lieben und lieben und lieben. Egal wie oft sie kratzt und beißt und kein liebes Kind ist. Bleib stark, aber auch konsequent. Diese Phasen kommen und gehen. Sie verändern sich. Meine Tochter und ich haben eine stillschweigende Abmachung, daß wir uns alles sagen dürfen, also auch streiten. Wer sonst ist so ehrlich mit uns? Ich glaube, das gehört auch zum Abnabeln und Loslösungsprozess. Für beide Seiten!!!
Ich kann aus eigener Erfahrung als Tochter sagen, als Mutter bin ich anders als meine Mutter. Und meine Tochter ist anders als ich es als Tochter war/bin. Manches wiederholt sich, es kommt darauf an, wie man damit umgeht und was man damit macht.
Wir Eltern bestimmen wo es lang geht (so ganz grob). Wir sorgen dafür, daß unsere Kinder Grenzen lernen. Jeder zieht diese Grenzen woanders. Aber wir Eltern müssen auch aushalten lernen, daß unsere Kinder mal sauer/traurig/wütend/enttäuscht sind. Und ich glaube, dieses Aushalten ist schwieriger als alles andere.
Mir hat in (vielen) schwierigen Zeiten geholfen, wenn ich mit meinem Kind spazieren gegangen bin. Einfach raus, rumlaufen, auf den Spielplatz gehen, frische Luft reinlassen.
Du schaffst das!!!
Alles Liebe.
Michaela
22. Juli 2011 at 10:43
Das ist so eine schöne Vorstellung, was Du in den ersten Sätzen schreibst. Bei wem sollen sie es denn sonst machen und sicher sein, “trotzdem” geliebt zu werden? Das hilft mir sehr, danke Dir! ♥
(Und das Aushalten lernen… das stell ich mir später auch sehr schwer. Wenn die Kinder mit Enttäuschunge klar kommen müssen, oder Liebeskummer haben. Dass man ihnen dann nicht wirklich helfen kann im Sinne von die Situation verbessern. Man kann nur für sie da sein und Trost und Verständnis geben. So stell ich es mir zumindest vor.)
22. Juli 2011 at 09:42
mein gott ist das schön diesen post und die ganzen kommentare zu lesen. bei uns ist es ja keinen deut besser und es beruhigt mich ungemein, daß wir alle ähnliches durchmachen.
22. Juli 2011 at 10:41
Ich weiß, was Du meinst. Mir tat es so UNGLAUBLICH gut, die ganzen Kommentare und Tweets zu lesen, dass es anderswo auch ähnlich abläuft.